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Agiles Projektmanagement – Projektmanagement Teil 2

Agiles Projektmanagement

Was ist agiles Projektmanagement?

In meinem letzten Artikel ging es um das klassische Projektmanagement.
Das magische Dreieck beschreibt euch im klassischen Projektmanagement die Zielgrößen Zeit, Kosten und Qualität, wobei die Kosten und die Zeit meist variabel sind und die Qualität bzw. der Umfang als feste Größe feststeht.
Agiles Projektmanagement stellt diese Basis auf den Kopf. Kosten und Zeit sind hier feste Größen, nur die Qualität bzw. der Umfang ist variabel und ändert sich ständig, weil sich die Anforderungen im Projektverlauf ändern.
Ziel ist es, den höchsten Geschäftswert für die Stakeholder zu erreichen.

Agile Werte

Den Ursprung hat das agile Projektmanagement in der Softwareentwicklung. Die sehr eingefahrenen und steifen Prozesse waren für die Softwareentwicklung in den 90er Jahren nicht produktiv. Es sollte alles flexibler von statten gehen, eben agiler. Daraus hat sich dann im Laufe der Zeit der Begriff agiles Projektmanagement entwickelt.
Im Jahre 2001 wurde dann auch ein agiles Manifest formuliert. Das Fundament dazu bilden die Werte agiler Softwareentwicklung.
Anfangs gab es 17 Erstunterzeichner, inzwischen umfasst die Liste der Unterzeichner tausende Personen.
Neben den Werten sind im agilen Manifest auch 12 Prinzipien festgelegt. Die Prinzipien können auch als Methoden bezeichnet werden.

Agile Prozesse

Hinzu kommen die Prozesse. Den agilen Prozessen liegt zu Grunde, dass die Phase des Entwurfs auf ein Minimum eingekürzt wird, um Entwicklungsprozesse so früh wie möglich zu beginnen. So könnt ihr auf Kundenwünsche flexibel reagieren und die Kundenzufriedenheit steigern.
Es gibt eine Vielzahl von agilen Prozessen. Zu den bekanntesten zählt unter anderem Scrum. Das folgende Video erklärt euch den Scrum Prozess, kurz und knapp.

 

Kanban

Ein weiterer agiler Prozess, den ich für sehr interessant halte und euch kurz erklären möchte ist Kanban.
Mit einem so genannten Kanban Board könnt ihr euren Arbeitsfluss visualisieren. Ihr schreibt eine Anforderung auf eine Haftnotiz  und diese wandert dann auf dem Kanban Board Schritt für Schritt weiter. Eine sehr einfache Aufteilung für das Kanban Board wäre zum Beispiel:

– Aufgaben
– in Bearbeitung
– Erledigt

Wichtig ist aber dabei, dass ihr euch Obergrenzen für die einzelnen Bearbeitungsschritte setzt. Ihr legt zum Beispiel fest, dass maximal 3 Anforderungen auf einmal bearbeitet werden können. Es gibt aber keine feste Menge an Anforderungen innerhalb einer bestimmten Zeit. Das unterscheidet Kanban von Scrum. Ihr holt euch eigenständig neue Anforderungen auf das Kanban Board, sobald neue Kapazitäten zur Verfügung stehen.

Agiles Projektmanagement

Wann könnt ihr agiles Projektmanagement einsetzen?

Agiles Projektmanagement eignet sich besonders für Projekte, bei denen ständige Veränderungen an der Tagesordnung stehen und auf die sehr flexibel reagiert werden muss. Ihr könnt es bei Projekten einsetzen, die schnell Resultate erbringen müssen oder wobei das Endprodukt noch nicht definitiv feststeht.

Auch im agilen Projektmanagement gibt es noch Planungsphasen um den Fertigstellungstermin einzuhalten. Beim agilen Projektmanagement geht ihr aber mehr auf die Ziele und Wünsche der Stakeholder ein. Formulierte Anforderungen werden umgesetzt, getestet und dem Auftraggeber vorgestellt. Auf Basis der Rückmeldung durch den Auftraggeber werden die nächsten Schritte geplant und umgesetzt. So wird ein Endprodukt entwickelt, welches den Auftraggeber zufriedenstellt, weil er in den Prozess mit einbezogen wird.

Was wenn agiles Projektmanagement nicht einsetzbar ist?

Nicht alle Projekte sind auf Basis der vorgegebenen Merkmale für die agile Methode geeignet. Gerade wenn Unternehmen noch sehr mit dem klassischen Projektmanagement verbunden sind, solltet ihr euch gemeinsam an das agile Projektmanagement herantasten. Hierzu kann man beide Methoden mischen und mit einem so genannten hybriden Projektmanagement arbeiten.
Um in dieses Thema tiefer einzutauchen, verlinke ich euch hier eine Seite der Kollegen vom Projektmagazin, auf der diese hybride Methode genauer erklärt wird.

Agiles Projektmanagement

Meine persönlichen Tools

Ich persönlich arbeite gerne mit meinem Kanban Board und habe so alle meine Anforderungen im Blick und kann mich auf das wesentliche konzentrieren und bin dennoch sehr flexibel.
Natürlich unterstützen einige Programme und Apps auch meinen Arbeitsalltag. Zum Beispiel experimentiere ich aktuell mit folgenden Apps:

– Meistertask
– Asana
– Trello
– Slack

Die für mich optimale App habe ich noch nicht gefunden, aber Meistertask finde ich schon sehr gut, da ich hierbei mein Kanban Board immer dabei habe und es auch mobil und natürlich agil nutzen kann.

Meiner Meinung nach, muss man sich auf diese Tools einfach mal einlassen und sich etwas ausgiebiger mit beschäftigen. Ich habe bis jetzt nicht immer den Eindruck, das diese Tools meine Arbeit erleichtern. Dennoch gebe ich ihnen noch eine Chance sich in meinem Arbeitsalltag zu bewähren.

Meine persönliche Meinung

Gernerell ist agiles Projektmanagement für mich sinnvoll, da man hier althergebrachte Strukturen durchbricht und was ist schon falsch daran, in einem Team zusammen zu arbeiten und den Auftraggeber immer wieder auf den aktuellen Stand zu bringen um dann, mit diesem Feedback schneller und erfolgreicher ein Projekt voran zu treiben? Projekte in kleineren Schritten, ständig und auch manchmal parallel weiterzuentewickeln und nach Rückmeldung, sei es positiv oder negativ, weiter drauf aufzubauen oder auch flexibel umzudenken, ist für mich Agilität und das ist aus meinen Berufsalltag definitiv nicht mehr wegzudenken. Das ist es, was mich motiviert und mir Spass macht.

Welche Tools nutzt ihr bei eurer täglichen Arbeit? Setzt ihr auf das klassische Projektmanagement, seid ihr agil unterwegs oder mit der hybrid Variante?

Ich freue mich auf eure Kommentare und den Austausch mit euch zu diesem Thema.

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