Digitalstrategie für Ärzte

7 erfolgreiche Elemente einer Digitalstrategie für Ärzte

Das Suchverhalten der Patienten hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Patienten suchen im Internet oder den sozialen Medien nach Anbietern von Gesundheitsleistungen. Das betrifft auch die Suche nach einem Arzt. Damit man überhaupt gefunden werden kann, müssen Sie erst einmal Präsenzen im Internet aufbauen und diese auch pflegen. Ohne eine Digitalstrategie für Ärzte und damit einhergehend eine starke Online-Präsenz, schränken Sie Ihre Sichtbarkeit und damit die Möglichkeiten zur Steigerung der Patientenakquise und infolgedessen Ihre Einnahmen ein.

Wir haben für Sie die wichtigsten Elemente zusammengefasst, die in einer Digitalstrategie für Ärzte nicht fehlen dürfen. Wenn Sie diese berücksichtigen, sind Sie einigen Ihrer Mitbewerber im digitalen Zeitalter einen Schritt voraus.

1. Website / Fachblog

Die Website ist das erste Aushängeschild für Sie als Arzt und das erste wichtige Element einer Digitalstrategie für Ärzte. Bei der Gestaltung der Website ist es wichtig, dass Sie an Ihre Kunden denken, also Ihre Patienten, die Sie für sich gewinnen wollen. Natürlich sollte Ihre Website auch Ihnen gefallen, aber wichtiger ist es, dass die Kunden dort die Informationen finden, die sie dort erwarten.

Was wünsche sich Patienten von Ihrer Website?

Ganz egal, welcher Fachrichtung Sie als Arzt angehören. Das Konzept für eine Website sollte immer die folgenden Bausteine enthalten, denn das ist es, was die Patienten suchen und als Information bekommen wollen:

  • Kontakt
  • Adresse und Lageplan
  • Bilder der Praxis und Behandlungsräume
  • Bilder der Ärzte und Mitarbeiter
  • Praxisausstattung
  • Fachgebiete und Spezialisierungen
  • Online-Terminbuchung

WEBDESIGN FÜR ÄRZTE: RECHTLICHE GRUNDLAGEN 

Es gibt kein generelles Werbeverbot für Ärzte und Ärztinnen. Dennoch gibt es einige Vorgaben, die beachtet werden müssen. Folgende rechtliche Vorgaben sollten Sie bei der Erstellung Ihrer Praxiswebsite beachten:

  • Heilmittelwerbegesetz (HWG)
  • Berufsordnung für Ärzte (BO-Ä)
  • Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)
  • Telemediengesetz (TMG)

Weitere Informationen zum Thema Datenschutz finden Sie im Artikel von Dr. Datenschutz: Erste Hilfe für die Arztpraxis – das gehört auf die Website

RESPONSE WEBSITE

Responsive Website-Design bedeutet, dass sich das Layout Ihrer Praxiswebsite an das Endgerät des Kunden anpassen kann, egal ob er sich die Informationen am Desktop oder am Mobiltelefon aufruft. Response Design ist eine Pflicht und keine Kür. Mehr als 80 % der Nutzer gehen regelmäßig über Ihr Smartphone ins Netz, um nach Informationen zu suchen. Deshalb müssen die Inhalte auf allen Geräten optimal dargestellt werden. Ebenso werden Responsive Websites bei Google in der Regel höher eingestuft als andere.

Sie haben Ihre Website schon nach den o.g. Vorgaben gestaltet? Perfekt! Aber wie sieht es denn mit einem Fachblog aus?

FACHBLOG

Leider besitzen immer noch zu wenige Arzt-Webistes den Informationsgehalt, den sich Patienten wünschen. Die meisten Inhalte gehen über eine Online-Visitenkarte meist nicht hinaus. Aber es gibt gute Gründe, warum Ärzte einen Fachblog betreiben sollten.

Fangen wir mal mit dem Thema Patientengewinnung an. Wie bereits weiter oben beschrieben, suchen Patienten im Internet nach Gesundheitsinformationen. Wenn Sie nun in Ihrem Fachblog bestimmte Themen aus Ihrer Praxis behandeln, werden diese auch im Internet gefunden werden. Dies erhöht die eigene Sichtbarkeit im Netz. Durch regelmäßige Beiträge von Ärzten oder dem Praxisteam zu relevanten Gesundheitsthemen werden Sie mehr Patienten auf Ihre Website/Ihren Fachblog ziehen. Dies führt wiederum dazu, dass Sie sich als Experte positionieren und sichtbarer werden. So werden mehr Menschen auf Sie aufmerksam und Sie gewinnen mehr Patienten.

Ein Fachartikel auf Ihrer Website kann auch dazu führen, dass Sie Ihr persönliches Profil schärfen und sich von Ihren Kollegen abgrenzen. Mit hilfreichen Tipps zu Themen, die Ihre Patienten bewegen und die sich an aktuellen Problemstellungen orientieren, erreichen Sie Ihre Kunden, denn genau das sind Ihre Patienten, deutlich besser. Der große Vorteil an diesen Inhalten ist, dass diese auf Ihrer eigenen Plattform veröffentlicht werden und Sie immer Zugriff auf diese Inhalte haben, um diese beispielsweise anzupassen oder zu aktualisieren. Sehen Sie Ihren Fachblog als eine Art Content-Hub, in dem Sie Inhalte erstellen und von dort aus über weitere Kanäle, wie beispielsweise Social Media, ausspielen. 

Die Beziehung zwischen Patienten und Ärzten hat auch immer etwas mit Vertrauen zu tun. Ein Fachblog kann Ihren Patienten einen Einblick in Ihre Arbeit und die Ihres Teams geben. So können die Kunden sich im Vorfeld bereits von der Qualität der Praxis und des Fachpersonals überzeugen. Beantworten Sie häufig gestellte Fragen, stellen Sie Ihr Team und/oder Ihr Leistungsspektrum vor. Erzählen Sie über Ihren Werdegang oder informieren Sie Ihre Patienten über Untersuchungsmethoden. Das schafft Vertrauen und wenn Menschen Ihnen vertrauen, ist dies eine gute Basis für eine Arzt-Patienten-Beziehung.

Mit der Website und deren Inhalten geht natürlich auch das Thema SEO einher, was unser nächstes Element in Ihrer digitalen Strategie darstellt.

2. SEO

Wie wir bereits beschrieben haben, findet der erste Kontakt heutzutage im Internet statt, und zwar zu 70 % bei Google. Die Deutschen suchen online nach einem geeigneten Arzt und nutzen die bei Google gefundenen Informationen, um sich ein Bild zu machen. Durch SEO (Suchmaschinenoptimierung) wird Ihre Website optimiert, damit Sie in den Suchmaschinen wie Google besser positioniert sind. Dies hat einige Vorteile, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen:

  • Sie werden von potenziellen Patienten gefunden, ohne Werbung schalten zu müssen
  • Sie können sich mit gutem SEO vor Ihren Kollegen positionieren
  • Mit SEO können Sie gezielte Leistungen in den Vordergrund stellen (Privatleistungen)
  • Sie können mit SEO beeinflussen, welche Wunschpatienten Sie mit Ihren Inhalten ansprechen möchten

3. SEA

Das Suchmaschinenmarketing (SEM) gliedert sich in die beiden Bereichen SEO (Suchmaschinenoptimierung) und SEA (Suchmaschinenwerbung).

Bei der Suchmaschinenwerbung geht es darum, sich anhand geeigneter Keywords mit bezahlter Werbung, beispielsweise Google Ads, auf den ersten Google-Suchergebnisseiten zu erscheinen.

Hierzu werden seitens Google nur die Kosten berechnet, die zu einem Klick auf den Link führen. Dieser Link kann beispielsweise zur Praxiswebsite führen. Die Anzeigen werden ausschließlich den Interessenten angezeigt, die auf Google nach einem Arzt suchen. Ebenso kann die Region eingegrenzt werden, sodass die Anzeige nur lokal ausgespielt wird. Mit SEA können Sie neue Patienten auf sich aufmerksam machen und mehr Besucher auf Ihre Website bringen, was wiederum zu einer höheren Bekanntheit beiträgt. 

4. Social Media

Im Gesundheitswesen sind soziale Medien zur Information und Kommunikation nicht mehr wegzudenken. Deshalb ist es für Sie als Arzt auch so wichtig, sich aktiv mit diesem Thema zu beschäftigen. So können Sie beispielsweise mit Ihren eigenen Präsenzen in den sozialen Medien dafür sorgen, dass Sie auch dort gefunden werden. Das steigert zusätzlich den Bekanntheitsgrad Ihrer Praxis und fördert die Akquisition neuer Patienten.

Auch hier gilt: Regelmäßiges Posten informativer Inhalte in Form von Fachbeiträgen, Einblicke in den Praxisalltag, Erklärvideos zu diverse Themen, sorgen für mehr Sichtbarkeit, Interaktion und erhöhen Ihre Markenautorität.

Dennoch müssen Ärzte bei der Nutzung der sozialen Medien einiges beachten. Die wichtigsten Punkte haben wir für Sie einmal aufgelistet:

  • Ärztliche Schweigepflicht
  • Grenzen des Arzt-Patienten-Verhältnisses kennen
  • Netiquette beachten – keine Kollegen diffamieren
  • Beruf und Privatleben voneinander trennen
  • Keine berufswidrige Werbung
  • Datenschutz und Datensicherheit
  • Fremdbehandlungsverbot
  • Produktbezogene Aussagen einschränken
  • Patienten nicht zur Preisgabe von persönlichen Informationen verleiten
  • Haftpflichtversicherung checken

Bevor Sie also in den Bereich der sozialen Medien starten, sollten Sie sich kompetente Unterstützung holen. Diese können entsprechende Sicherheitsvorkehrungen treffen und Sie durch Schulungen auf den Einsatz von Social Media vorbereiten.

Die Bundesärztekammer hat dazu eine Handreichung veröffentlicht. Dies könnte unserer Meinung nach gerne einmal überarbeitet werden. Dennoch enthält sie eine erste Richtlinie für Ärzte und Medizinstudenten und worauf diese bei der Nutzung sozialer Medien achten sollten

5. Online Reputation und Bewertungsportale

Das sich die Menschen Ihre Informationen über das Internet holen, ist nun weitreichend bekannt. Es ist so, dass Patienten im Vorfeld ihrer Arztwahl sich über Bewertungsportal über den Arzt, das Team und die Praxis informieren. Viele Ärzte wissen aber teilweise nichts von Ihren Bewertungen auf diversen Portalen, denn diese können auch ohne das Einverständnis des Arztes durchgeführt werden. Diese Bewertungen lassen sich auch nicht so einfach löschen, was auch die aktuelle Rechtsprechung des BGH (Bundesgerichtshof) zur Bewertungsplattform Jameda am 13.10.2021 zeigt.

Twitter

Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.
Mehr erfahren

Inhalt laden

Deshalb ist es umso wichtiger, dass Ärzte Ihr Bewertungsmarketing aktiv in die Hand nehmen, denn ein schlechter oder fehlender Auftritt auf den bekannten Bewertungsportalen kann Patienten davon abhalten, sich für Ihre Praxis zu entscheiden. Wenn Sie also nicht über einen proaktiven Plan für Ihr Reputationsmanagement verfügen, können auch schon einmal offline- und online Meinungen voneinander abweichen. Aktives Reputationsmanagement sorgt dafür, dass Ihre Patienten die Möglichkeit haben, Ihrer Zufriedenheit Ausdruck zu verleihen und ihre Dankbarkeit zu äußern. 

Reagieren Sie auf negative Kritik, indem Sie sich und Ihren Prozess hinterfragen und sich um die Probleme und Anliegen Ihrer Patienten kümmern. So können sie sich weiterentwickeln und zum Wohl Ihrer Patienten verbessern. So werden Sie Ihre Patienten halten und auch neue Patienten hinzugewinnen.

6. Patientenbindung durch Newsletter

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie Sie Ihren Patienten wichtige Informationen zukommen lassen können? Wenn Sie E-Mail-Marketing in den Prozess der Patientenbindung integrieren, können Sie Ihre Themen und Inhalte von jetzt auf gleich an Ihre Patienten aussenden und das kostenlos und teilweise sogar automatisiert.

Denken Sie dabei an Angebote oder Aktionen, IGEL-Leistungen o. ä., die Sie regelmäßig über einen Newsletter an Ihre Patienten versenden. So bleiben Sie immer mit Ihren Patienten in Kontakt und geraten nicht in Vergessenheit. 

Ebenso können Sie Ihre Patienten ganz automatisch an Untersuchungen und Behandlungstermine erinnern oder Sie werden persönlicher und versenden Geburtstagswünsche an Ihre Patienten.

Ihr Vorteil: geringe Kosten, hoher ROI (Return on Investment) und eine Patientenbindung die Vertrauen schafft.

7. KI Künstliche Intelligenz und Tools für Ärzte

Wie gerade schon bei dem Thema E-Mail-Marketing erwähnt, lassen sich anhand der vorhandenen Daten, Informationen an den Patienten ausspielen. Das hilft Ihnen Ihre Patienten zum richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Produkt und/oder der richtigen Dienstleistung anzusprechen.

Mit KI ausgestattete Tools können aber noch viel mehr. Hier ein paar Beispiele:

Sleepiz analysiert die Vitalparameter des Patienten mittels KI zur Diagnose von Schlafkrankheiten. Es werden Atmung, Herzfrequenz, Aktivität, usw. kontaktlos zu Hause gemessen und können von Ihnen als Arzt ausgelesen werden.

Kata® ist eine App zur Inhalation-Therapie. Sie unterstützt chronisch lungenkranke Patienten, die von ihrem Inhalator abhängig sind. Automatisierte Inhalationstrainings auf Basis von KI und digitaler Therapiebegleitung soll Ihre Patienten dabei unterstützt, ihre tägliche Dosis zuverlässig einzunehmen.

DeepSpin ist ein mobiles MRT-System. Die genutzte künstliche Intelligenz (Algorithmen) mit einer vereinfachter Hardware soll die MRT-Kosten deutlich senken, Scanzeiten reduzieren und den Komfort für die Patienten verbessern. 

Eine geeignete Marketingstrategie für das Gesundheitswesen stellt sicher, dass Sie im digitalen Zeitalter den Anschluss nicht verlieren und weiter wachsen. Die o.g. 7 Elemente sollen Sie dabei unterstützen. 

Verbessern Sie das Verhältnis zu Ihren Patienten, sorgen Sie für eine gute Online-Reputation, erhöhen Sie Ihre Sichtbarkeit durch einen Fachblog und den Einsatz von Social Media. Eine starke Online-Präsenz in Form einer responsiven Website verbunden mit einer SEM-Strategie (Suchmaschinenmarketing), sorgt für die Auffindbarkeit in den Suchmaschinen und vergessen Sie zu guter letzt auch nicht die Bewertungsportale und den richtigen Umgang mit ebendiesen. Mit einer Digitalstrategie für Ärzte sind Sie Ihren Kollegen und Mitbewerbern einen großen Schritt voraus.

Infografik: 7 erfolgreiche Elemente einer Digitalstrategie für Ärzte

Sie haben Fragen zum Thema Gesundheitsmarketing und wie wir Sie bei der Erstellung und Umsetzung Ihrer Strategie unterstützen können?

Vereinbaren Sie jetzt online einen Termin für ein kostenloses Erstgespräch und lassen Sie uns gemeinsam an Ihrem Erfolg arbeiten.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Scroll to Top